Klettern in Nordspanien – Tartareu

Kurz und knackig: Vall mastaet, 6a+ mit deutlich schwereren Anfangszügen im oberen Sektor Tartareu.

Kurz und knackig: Vall mastaet, 6a+ mit deutlich schwereren Anfangszügen im oberen Sektor Tartareu. ©srauch

Über Pfingsten war ich einige Tage in Spanien, na ja, eigentlich war es schon ein richtiger Urlaub, aber 10 Tage sind nun leider immer ruckzuck vorbei. Jedenfalls wollten wir einige der Klettergebiete aus dem im vergangenen Jahr erschienenen Führer “Pyrenees Rock” von Andreas und Katrin Motzet ausprobieren, also einige der wenigen Gebiete, die dieser ansonsten gut gemachte Führer sich aus dem riesigen Angebot von Sportkletterrouten in den (Vor)pyrenäen rausgepickt hat.

Wir starteten mit Tartareu, einem langezogenen Felsriegel oberhalb des gleichnamigen Dörfchens nordwestlich von Balaguer im Großraum Lleida. Das Gebiet ist relativ leicht zu finden, aus Richtung Os de Balaguer kommend fährt man kurz vor dem Ortseingang von Tartareu in einer Rechtskurve einfach geradeaus in  die Schotterstraße rein, die bergauf führt. Schnell kommt von links eine asphaltierte Stichstraße, die mit einer Kette gesperrt ist. In diesem Bereich sollte man parken, wenn man mit dem unteren Sektor beginnen will.

Denn es gibt in Tartareu zwei oder eigentlich drei Sektoren, einen unteren, oberen und noch einen freistehenden Block mit einigen Routen. Wer alle ca. 200 Routen mal anschauen will, kann vom unteren zum oberen an der Wand entlang hochwandern, ansonsten parkt man für den oberen Sektor etwa nach 1 Kilometer auf der Schotterpiste. Hier geht links ein rechts markanter Pfad zu den von dort bereits gut sichtbaren Felsen hoch (Wegmarkierung an der Piste mit Steinmännchen).

Der Fels ist kompakter Kalk mit schönen Versinterungen, Löchern aber auch kleinen Leisten und Auflegern an steilem bis stark überhängendem Fels. Also recht vielseitig, zumindest wenn man nicht auf der Suche nach Reibungskletterei an geneigten Platten ist. Die Wände sind vorwiegend ostseitig ausgerichtet, das heißt die Routen liegen ab Mittag im Schatten.

Das Schwierigkeitsniveau der Routen liegt hauptsächlich im 6. und 7. Grad französischer Bewertung, wobei die Routen im unteren 6er-Bereich  nicht gerade üppig gesät sind. Doch vor allem im oberen Sektor gibt es einige sehr lohnende Routen bis 6b+, meist in leicht überhängender Kletterei mit oft überraschend schönen Griffen in Löchern, Sinterfahnen, Rissen usw.  Ein besonderes Schmankerl ist der äußerst rechte Teil dieses Sektors, also die höchstnumerierten Routen im Führer “Pyrenees Rock” – richtig tolle Sinterrouten, nicht nur die Namensgeber der Routen haben hier gleich an Thailand gedacht.

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